Cardi – Cardone – Kardy

Im Piemont oder in Genf gehört dieses Gemüse auf jedes Menu

Wenn es eine typische Genfer Spezialität gibt, die bei keinem Weihnachtsessen fehlen darf, dann ist dies sicherlich der Kard - aber nicht irgend einer! Als schützenswert - dies ist vielen echten Genfer Gourmets bewusst - kommt nur eine Art in Frage: die mit den unzähligen Dornen nämlich, der silbrige Kardy (lat. Cynara cardunculus) von Plainpalais. Ihre zarten und zahlreichen Blätter sind silberblau, ihr Geschmack erinnert an Artischocke, Baumnuss und Butter. Beim Kochen bleiben sie fest und knackig. Sie sind weniger fasrig als ihre Artgenossinnen.

Dieses aus dem Mittelmeerraum stammende Gemüse genossen bereits Caligula und Julius Caesar! Wahrscheinlich wurde es im 17. Jahrhundert in der Plaine de Plainpalais im Kanton Genf von den sich hier niederlassenden Protestanten und französischen Hugenotten erstmals angebaut.

Zur Erntezeit wird die gesamte Pflanze entweder auf dem Feld mit einer dunklen Plastikfolie oder im Keller (samt Wurzeln) in einem dunklen Raum gebleicht. Danach kommt die Pflanze in den Handel. Kardy kann gekocht oder gedämpft werden. Dazu werden die Stangen gereinigt, von Fäden befreit und in Stücke geschnitten. Wegen den Dornen handelt es sich dabei um eine schwierige und mühsame Arbeit, doch das Resultat wird Sie belohnen. Versprochen!

Saison: Herbst

Zuletzt aktualisiert am 29. Juli 2015 von Jasmin Kaltenegger.

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